Hein ist 50.

 

Wir sind heut hoch hinaufgestiegen,

wir taten’s gerne, ist doch klar,

um einen Jubilar zu feiern:

der Konrad ist jetzt 50 Jahr!

 

Da gratulieren wir doch gern

und wünschen Glück und Gottes Segen

und stets Gesundheit diesem Herrn,

und Freude auch auf seinen Wegen.

 

Voll Heiterkeit sei stets sein Sinn!

Fortuna, klopf an seine Pforte!

Das wünscht von ganzem Herzen ihm

das Team von Eichelmann – Transporte.

 

Doch kommt man nicht mit leeren Händen,

was fehlt ihm noch zu seinem Glück?

Vielleicht kommt mir ja ein Gedanke,

geh’ ich weit in der Zeit zurück.

 

Zu Schöllnach war es, 49

da hat zur gold’nen Sommerszeit

Ritzinger’s Michl aus Waltersdorf

die Schlesierin Hedl Proske gefreit.

 

Wie’s damals allgemein noch üblich

kam binnen eines Jahr’s ein Sohn,

mit Hubert, diesem Wonneproppen,

war’s dann eine Familie schon.

 

Doch nur ein Kind ist viel zu wenig,

man wohnt eng unter fremdem Dach,

trotzdem: im Jahre 54

kam Monika, die „Einz’ge“ nach.

 

Dann kam der Jahrgang 57,

die Herbstenzeit die Stimmung drückt;

da hat man Hubert und die Moni

zum Spielen auf die Straß’ geschickt.

 

Kurz drauf rief man sie in die Stube,

und da erfuhren nun die zwei

dass Ritzingers fortan zu fünft sind

und Konrad nun ihr Bruder sei.

 

Voll stolz war man auf diesen Bruder,

hat ihn umsorgt, verwöhnt, gehegt,

hat ihn gefüttert, diesen Engel,

und sorgsam auch ins Bett gelegt.

 

Inzwischen war man umgezogen

und wohnte stolz im eig’nen Haus

mit Blumen- und Gemüsegarten

für’n Kochtopf und den Sonntagsstrauß.

 

Ja, damals gab’s noch keine Pille,

so wuchs und wuchs die Kinderschar

bis dann mit Florian und Stefan

die Handvoll Kinder fertig war.

 

Das war des Jubilar’s Familie.

Wie wuchs er nun in dieser auf?

Umsorgt von Schwester, Bruder, Eltern

begann er seinen Lebenslauf.

 

Mit sechs kam er dann in die Schule.

Damit er sich mal später macht

hat Schreiben, Lesen und das Rechnen

Herr Schürger ihm beigebracht.

 

Fünf Jahre Volksschul’ war’n die Basis

für seine höher’n schul’schen Weih’n;

denn schließlich sollt aus ihm was werden,

nicht jeder muß Beamter sein!

 

Fortan ging’s im Gymnasium weiter

in Deggendorf’s „Comenius“.

Doch diese damal’ge Entscheidung

brachte auch so manchen Verdruss.

 

Er brachte Lehrer zur Verzweiflung

und manchen zeigte er ganz klar

dass er von dieser Hand voll Kinder

der mittlere gewesen war.

 

Auch Muttl mußte nun erleben

wie wief der einst’ge Engel war:

nachts haut er ab durchs Küchenfenster

zum Feiern mit der Kumpelschar.

 

Doch als zurück er wieder wollte

den gleichen Weg zur Nachtesruh

war dieses leider nicht mehr möglich,

denn: Vat’l macht’ das Fenster zu!

 

Als er so 17, 18 Jahre

kam oft ein junges Mädchen an

dem er, der schulisch selbst gewackelt,

Lateinnachhilfe geben kann.

 

Ob die Nachhilfe geholfen,

das weiß ich leider nicht genau,

Doch das Projekt war sehr erfolgreich:

das Mädchen ist heut seine Frau!

 

Die Schule hat er 79

mit Abitur zu End’ gebracht,

und dann, oh glückliche Fügung des Schicksals,

weder Bundeswehr noch Zivildienst gemacht.

 

Stattdessen kam der erste Urlaub

mit seiner Gitti: Südfrankreich.

Am zweiten Tag beim Anruf in Schöllnach:

Konrad, du musst heim sogleich!

 

An der TU München könn’t er studieren

wenn er sofort zum Einschreiben käm.

So ging es stande pede nach München.

Dort machte er es sich dann auch gleich bequem.

 

Das Cimbernheim war sein neues Zuhause,

er fühlte sich unter den Studenten wohl

denn da gab es immer so schöne Feiern,

mal mit mehr, mal mit weniger Alkohol.

 

Ritz, Rippe, Pastor, Konny, Hein

war’n seine Kosenamen

wo immer auch die Party war:

Er sprach das letzte Amen.

 

Diese nicht immer ernste Arbeitsauffassung

hat letztendlich aber dazu geführt,

dass er das Fach und die Schule wechselt

und nun Feinwerktechnik an der FH studiert.

 

Doch 85 war er fertig,

hat seinen Dipl.-Ing. geschafft

und kam auch gleich bei Keithley unter,

wo er bereits sein Praktikum gemacht.

 

Privat hat er dann 86

in Schöllnach seine Gitti gefreit.

Die richtig tolle Bikerhochzeit

hat ihn bis heute nicht gereut

 

Beruflich ging’s über IVM zu Agfa,

damals noch ein Weltkonzern,

da konnt’ er gut Job und Hobby verbinden,

denn fotografieren tat er schon immer gern.

 

Da konnt er nun sein Geld verdienen,

es kam ’ne  ganze Menge raus,

er legte manches in den Sparstrumpf.

Das reicht zwar nicht für’n eignes Haus;

 

doch als ein Batzen angesammelt
1987

da wurd es ihm auf einmal klar:

er kaufte in der Tettnanger Straße

’ne Wohnung, die sein Eigen war.

 

Früher war er viel auf Reisen,

hat manches von der Welt gesehn;

doch irgendwie war’s ihm zu wenig,

er wollte in die Ferne gehn.

 

Wie freute er sich damals riesig:

sein Chef, der gab ihm zu verstehn

er könne, wenn er es denn wolle

für 2, 3 Jahr’ nach Japan gehn’n.

 

Nun schnell noch einen Sprachkurs machen

Japanisch fällt bestimmt nicht leicht!

Doch zwei Wochen Ganztagscrashkurs

haben fürs Erste mal gereicht.

 

12 Wochen flog er erst zur Probe

doch nach 2 Tagen war ihm klar,

dass Japan, Tokyo, Matsumoto,

für ihn die zweite Heimat war.

 

So kam im Jahre 92

genau am 1. Januar

mit Zwischenstop Berlin bei Hubert

Umzug nach Japan. Wunderbar.

 

Doch irgendwann endet alles im Leben:

April ’97 ging es zurück,

zurück zu Agfa und nach München

mit Abschiedstränen für Japan im Blick.

 

Er zog ein in der Candidstraße 24,

war sofort jedoch nur auf eines aus:

er wollte in Münchens grünem Süden,

ein eigenes Heim, einen Garten mit Haus.

 

Dies bot sich bald in der Sonnenlängstraße                    1998

dort wurde ein Holzhaus plattgedrückt

und zwei Doppelhaushälften hochgezogen,

davon hat er die eine gekriegt.

 

Dort wohnt er noch heute, gern und zufrieden

und wird’s hoffentlich noch 50 Jahre tun

da kann er sich vom Stress der Arbeit

und wenn’s sein muss, auch vom Nichtstun ausruh’n

 

Nur beruflich lief’s leider nicht ganz so glücklich:

Agfa ging pleite, er saß auf der Straß’!

Doch BMW suchte Ingenieure,

seit August letzten Jahres hat er wieder was:

 

Fahrerassistenzsysteme

funktionale Sicherheit

lautet seither die Bezeichnung

die seine Tätigkeit beschreibt.

 

Bei diesem Stichwort fällt mir ein:

sein Auto ist ja alt,

vielleicht darf’s mal ein neues sein?

Da ruft die Mutt’l: Halt!

 

Er hätte ihr mal anvertraut

So wahr ich es hier sage:

solang er an der Software schraubt

kommt BMW nicht in Frage!

 

Trotzdem kriegst du ’ne BMW.

Mir kannst du ruhig trau’n!

Sie steht schon draußen vor der Tür,

komm mit, wir gehn mal schaun!

      

 

Doch steh ich nach wie vor dumm da

und hab’ nichts g’scheits zum schenken,

vielleicht sollt’ ich ja da einmal

an seine Hobbys denken.

 

Früher fotografierte er sehr viel,

Drum tut mir’s nicht verdenken,

ich möchte ihm trotz Agfa-Pleite

einen Fotoapparat schenken!

 

Auch wenn es nur ’ne „Einmal“ ist

sollst du dich daran freu’n:

wir machen gleich ein Bild von dir,
du sollst es nicht bereu’n.
 

       
Bine: Fotoapparat, Moni mit unserer Kamera ein Bild von der Übergabe?


Das Wandern hat er sich mittlerweile

zum Hobby ausgebaut,

die Berge sind, seit er in Japan war,

auch in Deutschland ihm vertraut.

 

Den Motorradfahrern hier im Saal

dröhnt’s wohl in ihren Ohren:

mit der Marotte bist du als Biker

für alle Zeiten verloren.

 

Doch wenn ich dich so recht beseh’:

soo arg viel läufst du nicht.

Für einen, der nach Japan will,

hast du zuviel Gewicht.

 

Das liegt an der Ernährung nur:

Du brauchst ’ne and’re Kost!

Fortan isst du im OHAYOU

und nicht im „Haupt“ und der „POST“

 

    Gutschein Japanrestaurant

 

Wenn man sich so gesund ernährt

ist’s sicher nicht verpönt

wenn man sich ab und zu einmal

’nen guten Schoppen gönnt.

 

Das Beste nur ist gut genug

beton’ ich vehement:

jede Flasche erinnere dich

an ein schönes, gelebtes Jahrzehnt!


   fünf gute Bocksbeutel mit Portrait
 

       

 

Und jetzt zum Schluß, ich bin nicht dumm

Deswegen wünsch’ ich dir

dass ich dir in fünfzig Jahr’n

persönlich gratulier!

 

Dann lassen wir’s mit allen Freunden,

da musst du gar nicht lachen,

bei bester G’sundheit, wenn’s vergönnt,

noch einmal richtig krachen

 

Ich wünsch dir noch ein langes Leben,

und dass dich nie was reut.

Und feier, wie die Feste fallen,

vor allem erst mal heut.

 

Konrad mit Opa und Tante Dorle im Isetta